LEITARTIKEL FÜR DIE GENERATION 60+

Wie Menschen ab 60 Jahren Sicherheit auf Treppen und Kopfsteinpflaster gewinnen: Durch bewusstes Abrollen und Armführung

Wie Menschen ab 60 Jahren Sicherheit auf Treppen und Kopfsteinpflaster gewinnen

Das Wichtigste für Menschen ab 60 auf einen Blick:

  • • Bewusstes Führen der Füße (Ferse aufsetzen, über den Außenrand abrollen, Zehenabdruck) gibt sofortigen Halt.
  • • Der Blick sollte 4 bis 5 Meter nach vorn gerichtet sein, um die aufrechte Rumpfhaltung zu unterstützen.
  • • Bereits 25 Minuten mäßiges Gehen pro Tag stärken die Oberschenkelmuskulatur für sicheres Treppensteigen.

Viele Menschen bemerken nach dem 60. Lebensjahr eine schleichende Veränderung ihres Gangbildes: Die Schritte werden unbemerkt kürzer, der Blick wandert häufiger zu Boden, und Bordsteinkanten oder unebene Kopfsteinpflaster verlangen mehr Konzentration als früher. Das ist eine ganz normale Entwicklung des Körpers – doch mit ein paar einfachen Kniffen lässt sich die gewohnte Sicherheit und Leichtigkeit vollkommen zurückholen.

1. Die 3 goldenen Geh-Regeln für Seniorinnen und Senioren

Trittsicherheit entsteht nicht durch Kraft, sondern durch saubere Koordination. Achten Sie bei Ihren täglichen Wegen auf drei einfache Abläufe:

  • Den Kopf anheben: Wenn wir starr auf unsere Schuhspitzen schauen, verlagert sich der Schwerpunkt nach vorn und der Nacken verspannt sich. Schauen Sie 4 bis 6 Meter voraus – das Gleichgewichtszentrum im Innenohr funktioniert dann optimal.
  • Vollständiges Abrollen: Setzen Sie die Ferse weich auf, lassen Sie das Gewicht über die Fußaußenseite gleiten und drücken Sie sich sanft mit dem großen Zeh ab. Das aktiviert die Wadenmuskulatur.
  • Die Arme schwingen lassen: Halten Sie die Hände nicht in den Jackentaschen. Ein lockeres Mitschwingen der Unterarme gleicht Unebenheiten blitzschnell aus.

2. Treppensteigen mit dem Fersen-Prinzip

Beim Hinaufsteigen von Stufen neigen viele reife Menschen dazu, nur den vorderen Ballen aufzusetzen. Das überlastet die Waden und erfordert viel Kraft. Setzen Sie stattdessen stets den ganzen Fuß auf die Stufe und drücken Sie sich über die Ferse nach oben. Der Rumpf bleibt dabei aufrecht, und der Handlauf dient als sichere Führungshand.

3. Das richtige Schuhwerk ab 60

Ein guter Alltagsschuh für Menschen ab 60 zeichnet sich durch drei Eigenschaften aus: Eine rutschhemmende Gummisohle mit leichtem Profil, ausreichend Zehenfreiheit (kein Einquetschen) und eine stabile Fersenkappe, die dem Knöchel Halt gibt. Zu weiche Hausschuhe ohne Fersenriemen sollten vermieden werden – feste Schuhe daheim schenken auch im Flur und auf glatten Fliesen vollen Halt.

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Gisela Vonberg

Bewegungspädagogin und Leiterin von Alltagskursen für Seniorinnen und Senioren ab 60 Jahren in Berlin. Sie begleitet Menschen im Ruhestand auf dem Weg zu mehr Standfestigkeit, Trittsicherheit und Freude an jedem Schritt.

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